Dienstag, 22. Dezember 2009

Der erste Tag in Schweden

Amy war total platt und wir dachten das sie ein wenig ausschläft oder zumindest nicht in der Nacht heraus möchte. Aber dem war nicht so. Als ich gegen 1 Uhr mal wohin musste – brr ist das kalt im Bad und im Eingangsbereich - meldete sich Amy und wollte raus. Ich war kurz zuvor erst wieder ins Bett, nachdem ich schon gefroren hatte und Andreas war so lieb und ist in den kalten Eingangsbereich gegangen und hat sie raus geschickt Aber da wollte sie dann wohl doch nicht und ist wieder rein. Also weiterschlafen. Aber nur etwa 5 Stunden, denn kurz nach 6 nörgelte Amy wieder herum – Andreas wieder aufgestanden und Amy wollte wieder nicht raus. Danach gab es etwas mecker und sie legte sich brav ins Körbchen und schlief bist kurz vor 9 Uhr.
Aufstehen, anziehen und kurz den Vermietern Bescheid sagen das wir teilweise keinen Strom haben, leider waren sie nicht erreichbar. Danach haben wir mit dem Hund erst einmal ne Runde gedreht. Boah ist das schön hier!! Und die vielen Tierspuren im Schnee – toll.

Aber Elchspuren habe ich keine entdeckt. Danach wieder ins mittlerweile doch relativ warme Haus – und Oh Schreck: Kein Wasser mehr. Also noch mal Vermieter anrufen, diesmal geht er ran und die Lage geschildert. Er kommt nach dem Frühstück vorbei und das mit der Sicherung ist bekannt und lässt sich da und da beheben. Andreas hat`s auch geschafft. Wir hatten erst einmal wieder Strom. Nur fehlte uns jetzt das Wasser für den Tee. Also hat Andreas Schnee reingeschleppt, aufgetaut und daraus wurde dann Tee. War auch lecker.


Fast 2 Stunden später war der Vermieter dann da und hat die Pumpe im Brunnen wieder zum Laufen bekommen – und wir hatten wieder Wasser.

Danach ging es dann erst einmal einkaufen – wohlgemerkt es ist Sonntag, aber da haben die Schweden, genauso wie die Dänen ja keine Hemmung und es ist trotzdem ein Großteil der Geschäfte offen.

Zuerst fuhren wir nach Hultsfred, aber hier war nichts offen. Also ging es weiter in das 24km entfernte Vimmerby und dort fanden wir was wir suchten – und noch mehr.
Jetzt sind wir also im Besitz von Lebensmitteln, Kerzen, Jul-Deko und sogar schwedischer Julmusik.
Klasse!

Also wieder ab nach Hause, Amy war lange genug alleine. Und sie freute sich das wir wieder da sind und auch gleich eine Runde gedreht haben, aber diesmal zum See herunter, nicht am Morgen in den tief verschneiten Wald.

Danach gabs Essen, einen brennenden Kamin, Tee und auch noch einen Glögg und der Abend – es war ja wieder seit 16 Uhr stockfinster – darf in Ruhe ausklingen.

Mal schauen was heute noch passiert? Oder wird der Abend ereignisloser als der gestrige? Aber es blieb ruhig und wir konnten nachdem wir etwas Fernseh geschaut und danach noch gemütlich auf dem Sofa, bzw. auf dem Sessel gelesen.

Die Anreise

Es geht los.

Aufstehen um 3 Uhr – Abfahrt dann um 4 Uhr. Es lief alles gut und wir waren gegen 8 Uhr in Rostock, trotz Zwischenstopp mit Hund und an der Tankstelle. Kurz vor 9 Uhr ging es dann auf die Fähre, welche dieses mal nicht gerade voll war. Neben uns im Bauch des Schiffes, man glaub es kaum, hält ein PKW mit dem amtlichen Kennzeichen MTL-xx-xx. Bei Nachfragte stellte sich heraus, das die beiden Insassen aus Grimma kommen und auch auf dem Weg nach Schweden sind. Die Welt ist echt klein.

Auf der Fähre war es gemütlich leer und die Überfahrt war bis auf einen kleinen Schaukler ohne Zwischenfälle. Amy war natürlich nicht ganz glücklich, da der Boden ja dauern wackelte, aber die Minifrikadellen waren ein willkommener Trost.

Pünktlich legte das Schiff in Gedser an und die Fahrt ging in einem sehr verschneiten Dänemark weiter. Die Straßen waren gewöhnungsbedürftig, da nicht wirklich geräumt, aber es ging. Zumal ist in Dänemark ja eh nur maximal 90kmh auf den Landstraßen erlaubt.

Amy war mittlerweile von dem Schnee kaum noch fernzuhalten und quengelte herum. Sie könnte ja auch pullern müssen. Also haben wir einen Seitenweg gesucht der befahrbar ist und Amy herausgelassen. Natürlich musste sie nicht, sie wollte nur in den Schnee!! Also weiter geht’s, zurück zum Auto und fahren.

Kurz nachdem wir auf der Autobahn in Dänemark waren, war Fahrerwechsel angesagt und Andreas ruhte sich etwas aus, nachdem er die Straße für befahrbar hielt.

Gegen 13:00 haben wir die Öresund-Brücke erreicht und ich fuhr über die doch recht kleine Brücke.

Ich dachte die ist größer! Aber kurz darauf waren wir dann in Schweden und haben die Grenzeabfertigung erreicht. Dort durften wir unsere Brückenmaut zahlen ( 38 Euro) und Amy’s Papiere wurden überprüft – Sie durfte mit einreisen.

Dann hatten wir unser Zielland erst einmal erreicht und hatten „nur“ noch knapp 400km vor uns. Und auch in Schweden gab es Schnee – und das nicht zu wenig wie man sehen kann.

Kurz darauf nölte Amy herum. Irgendwann dachten wir uns, das es schon Zeit sein könnte zum Gassigehen und ich hielt in einer Seitenstraße an, die sich als Glückstreffer herausstellte. Es gab einen schönen Spazierweg und Amy war glücklich und auch kurz darauf erleichtert. Dann ging es erst einmal weiter.

Einige Kilometer später fuhren wir zu einem Mc Donalds, denn ich musste mal wohin. Dort haben wir dann auch noch kurz zwei Cheesburger gegessen und Amy haben wir Chicken Mc Nuggets mitgebracht. Dann fuhr Andreas wieder weiter. (Und die Kamera wurde intensiver genutzt *g*)

Langsam wurde es wieder dunkel, aber die Fahrt war ohne Probleme, außer das es im Auto immer noch nicht wirklich warm wurde. Aber das hatten wir eh schon aufgegeben, darauf zu hoffen. Es war dann auch schon bald nach 17 Uhr – wir waren also dann schon 11 Stunden unterwegs - und es war wieder dunkel. Abgesehen von dem weißen Schnee überall auf den Baumspitzen.
Achja, hab ich erwähnt, das wir in der bis dato die kälteste Nacht 2009 erwischt haben? Das Auto wurde nicht wirklich warm und es war fast schon faszinierend, wie schnell der Motor wieder eiskalt wurde, wenn die Geschwindigkeit etwas geringer wurde. Aber wir haben es geschafft!!

In Växjö dann ein kurzer Zwischenstopp um unseren ersten Einkauf zu erledigen, denn wer weis wann wir am Ziel ankommen, und ob wir dann noch einmal Lust hatten loszufahren, und am nächsten Tag wollten wir schon gerne frühstücken. Also kurz in den Coop Extra und die ersten schwedischen Lebensmitteln, inkl. Glögi und Julbrot gekauft. Dann die letzen Kilometer in Angriff nehmen und gegen 18:30 waren wir endlich in Älgshult angekommen. Von der Landstraße führte ein kleiner Waldweg – mit dem Hinweisschild „Einfahrt nur für „Angestellte“. Das war uns ja egal, denn wir haben da ja ein Haus.

Mitten im Wald stehen hier 6 Häuser, wovon eins eine Scheune ist und mindestens 2 eine Sauna beherbergen. Wir also aus dem Auto raus, und Amy natürlich erst einmal durch den Schnee gefetzt. Und Andreas war auf der Suche nach dem Schlüssel – und fand ihn nicht. Erst nach einem Anruf haben wir den Zettel entdeckt, wo die neue Lage des Schlüssels bekannt gegeben wurde.
Hier der Blick auf Nachbars Grundstück.

Wir also in das Haus und erst einmal erfreut, das unsere Vermieter bereits 3 Elektroheizer angeworfen hatten. So kam es uns gleich recht warm vor. Wir also das Auto ausgeräumt und dann festgestellt das es ziemlich kalt ( etwa 15 Grad) im Haus waren und die Heizkörper nicht gingen. Da die Vermieter aber eh noch vorbeikommen wollten um uns die Bettwäsche zu bringen, warteten wir erst einmal. Denn auch das Holz war nicht bereitgestellt, so dass wir nicht einmal den Kamin hätten anwerfen können.

Nachdem die Vermieter da waren, erfuhren wird das das Haus an sich nur mit Kamin, und zusätzlich mit diesen Elektroöfen geheizt werden sollte, da die Wärmepumpe zu teuer wäre. Naja, mal schauen.

Holz gab es dann beim Nachbar und der Kamin wurde befeuert. Und nachdem wir etwas typisches schwedisches gegessen hatten – so eine Art Auflauf dachten wir – einen Mandelpudding , gebacken. Haben wir uns eine Auszeit am Fernseher gegönnt. Amy war platt aber auch sehr glücklich über den vielen Schnee.

Müde waren wir zwar schon etwas, aber es war ja noch früh. Gegen 21 Uhr sind wir dann noch einmal mit Amy raus in den Schnee und um Punkt 23 Uhr ging auf einmal unsere Kaminlüftung, der Fernseher und noch einige Lampen aus. Irgendwo war wohl eine Sicherung durch, und da wir nicht wussten wo, hieß es dann erst einmal „www-ab-ins-bett.de.

Gute Nacht!

P.S. in unserer Abfahrt bzw. Anreisenacht wurde auf dem Brocken ( in Deutschland) -33 Grad gemessen.