Dienstag, 22. Dezember 2009

Jul in Sverige

Heute konnten wir wieder bis fast 9 Uhr ausschlafen, auch wenn Amy wieder in der Nacht rauswollte. Sie muss zwar nicht pullern, aber vielleicht hat sie ja Angst, das der Schnee weg ist? Wer weis das schon.
Das Festessen für heute haben hatten wir ja schon gestern gekauft und so haben wir uns entschlossen, heute noch die Gelegenheit zu nutzen und den Julmarkt in Kalmar anzuschauen. Es sind ja nur etwas über 120km. Also haben wir Amy heute
mitgenommen, in der Hoffnung das sie mit auf den Markt darf. Draußen ist es extrem kalt und auch das Auto wird beim Fahren nicht wirklich war, weder der Motor, noch der Innenraum.

Kalmar liegt direkt an der See und es war noch kälter, sodass wir innerhalb von Sekunden eiskalte Hände hatten und wieder in das kalte Auto geflüchtet sind. Das Schloss (slott) steht halb in der Ostsee, und es schaut beeindruckend aus.

Leider war kein Markt mehr im Schloss, sodass wir dann einfach noch kurz ein paar Dinge eingekauft haben und uns aufwärmten. Leider konnte Amy nicht mit in das Einkaufszentrum und sie musste im Auto bleiben. Aber es war zum Glück nicht mehr ganz so eisig. Dann sind wir in Kalmar noch kurz in die IKEA – denn das muss einfach sein!

Amy fror mittlerweile doch ziemlich und wir haben uns gedacht das wir ihr evtl. doch so einen Hundemantel kaufen sollten, wir schauen morgen mal im Vimmerby – der Astrid Lindgren Stadt – denn die haben einen Outdoor-Laden und evtl. haben wir da Glück.

Aber zuerst geht es mal wieder zurück zu unserem Haus und dort dann das Jul-Essen vorbereiten.
Ich hatte extra eine Fertigbackpackung für Lussekatter gekauft und habe dann auch bald den Teig bereitet. Leider war in der Angabe zu viel Wasser und der Teig klebte. Da ich aber kein Mehl hatte, habe ich mir im Schwedenwörterbuch einige Sätze zusammengebaut und bin eben mit klopfendem Herzen zu unseren netten Nachbarn gelaufen – bei minus 22 Grad! Zum Glück ist es wirklich nur ein Steinwurf entfernt und ich stiefelte, bewaffnet mit meinem Zettel und einer Tasse, los. Ich durfte erst einmal reinkommen und stellte dann fest, das unsere Nachbarn mitten im Feiern mit Freunden waren. Ich begann mein gebrochenes Schwedisch und der nette Herr Nachbar fragte wie es mit „engelska“ aussehe, und dann kam ein Mädel um die 20. Leider verstand sie
nicht wirklich und dann eilte ein anderes Mädel herbei und fragte: „Deutsch?“. Ich war erleichtert und schilderte mein Problem, sie übersetzte kurz darauf wurde mir ein 2kg ( in Schweden gibt es auch nur die großen Packungen) angeboten. Aber ich bleib bei meiner Tasse und bekam sie auch. Ich unterhielt mich noch kurz mit dem Mädel und verabschiedete mich dann. Ich erkundigte mich was sie denn heute feierten, und bekam als Antwort das es nur ein gemeinsames Essen sei, nichts wirklich Besonderes. Einfach ein gemütliches Beisammensein unter Freunden. Ich war erleichtert und sagte dann bin ich ja froh das ich nicht beim Mittwinterfeiern gestört habe. Sie wusste gar nicht das am 21.12 im alten Heidnischen Jahreskreis die Wintersonnwende gefeiert wurde und fand es interessant.

Zurück in unserem mittlerweile warmen Haus machte ich die Lussekatter weiter und wir fingen an den JulSkinka in den Ofen zu schieben und ich machte noch eine Art Hafergrütze. Dann aßen wir und es war lecker – eben schwedisch. Es gab: Julskinka, Grütze,gebratenen Lachs, eingelegte Heringe und Prinzesstorte, sowie natürlich Julöl.

Das war unser gedeckter Festtisch:

So sah der JulSkinka nach dem ersten "zuschlagen" aus:

Lecker schaut sie nicht nur aus, die Prinzesstorte, sondern sie ist es auch!

BOAH waren wir dann satt – und Amy happy mit ihrem Anteil des Schinkens.

Danach betrieben wir Bauchpflege und Andreas schaut noch eine Folge ROM, ich las und dann sind wir todmüde ins Bett gefallen.



Der erste Tag in Schweden

Amy war total platt und wir dachten das sie ein wenig ausschläft oder zumindest nicht in der Nacht heraus möchte. Aber dem war nicht so. Als ich gegen 1 Uhr mal wohin musste – brr ist das kalt im Bad und im Eingangsbereich - meldete sich Amy und wollte raus. Ich war kurz zuvor erst wieder ins Bett, nachdem ich schon gefroren hatte und Andreas war so lieb und ist in den kalten Eingangsbereich gegangen und hat sie raus geschickt Aber da wollte sie dann wohl doch nicht und ist wieder rein. Also weiterschlafen. Aber nur etwa 5 Stunden, denn kurz nach 6 nörgelte Amy wieder herum – Andreas wieder aufgestanden und Amy wollte wieder nicht raus. Danach gab es etwas mecker und sie legte sich brav ins Körbchen und schlief bist kurz vor 9 Uhr.
Aufstehen, anziehen und kurz den Vermietern Bescheid sagen das wir teilweise keinen Strom haben, leider waren sie nicht erreichbar. Danach haben wir mit dem Hund erst einmal ne Runde gedreht. Boah ist das schön hier!! Und die vielen Tierspuren im Schnee – toll.

Aber Elchspuren habe ich keine entdeckt. Danach wieder ins mittlerweile doch relativ warme Haus – und Oh Schreck: Kein Wasser mehr. Also noch mal Vermieter anrufen, diesmal geht er ran und die Lage geschildert. Er kommt nach dem Frühstück vorbei und das mit der Sicherung ist bekannt und lässt sich da und da beheben. Andreas hat`s auch geschafft. Wir hatten erst einmal wieder Strom. Nur fehlte uns jetzt das Wasser für den Tee. Also hat Andreas Schnee reingeschleppt, aufgetaut und daraus wurde dann Tee. War auch lecker.


Fast 2 Stunden später war der Vermieter dann da und hat die Pumpe im Brunnen wieder zum Laufen bekommen – und wir hatten wieder Wasser.

Danach ging es dann erst einmal einkaufen – wohlgemerkt es ist Sonntag, aber da haben die Schweden, genauso wie die Dänen ja keine Hemmung und es ist trotzdem ein Großteil der Geschäfte offen.

Zuerst fuhren wir nach Hultsfred, aber hier war nichts offen. Also ging es weiter in das 24km entfernte Vimmerby und dort fanden wir was wir suchten – und noch mehr.
Jetzt sind wir also im Besitz von Lebensmitteln, Kerzen, Jul-Deko und sogar schwedischer Julmusik.
Klasse!

Also wieder ab nach Hause, Amy war lange genug alleine. Und sie freute sich das wir wieder da sind und auch gleich eine Runde gedreht haben, aber diesmal zum See herunter, nicht am Morgen in den tief verschneiten Wald.

Danach gabs Essen, einen brennenden Kamin, Tee und auch noch einen Glögg und der Abend – es war ja wieder seit 16 Uhr stockfinster – darf in Ruhe ausklingen.

Mal schauen was heute noch passiert? Oder wird der Abend ereignisloser als der gestrige? Aber es blieb ruhig und wir konnten nachdem wir etwas Fernseh geschaut und danach noch gemütlich auf dem Sofa, bzw. auf dem Sessel gelesen.